Geflüchtet, vertrieben, entwurzelt: Wie Erinnerungskulturen den
Umgang mit Geflüchteten prägen

Im Zentrum des Projektes steht die Präsentation einer Ausstellung der Stiftung Mecklenburg und der Landezentrale für politische Bildung MV mit dem Titel „Geflüchtet, vertrieben, entwurzelt: Kindheiten in Mecklenburg 1945–1952“, die im Stadtgeschichtlichen Museum Waren (Müritz)präsentiert werden soll. Die Ausstellung setzt einen besonderen Fokus auf Kinder, die mit Ende des 2. Weltkrieges zur Flucht gezwungen wurden und nach Mecklenburg kamen. Dabei geht es einerseits um die Lebensumstände dieser Menschen kurz nach dem Krieg, andererseits aber auch um den Umgang der lokalen Bevölkerung mit Geflüchteten. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung, das Trauma der Flucht und Vertreibung die Betroffenen ein Leben lang begleitete. Diese Erfahrungen sind auch heute noch hochaktuell, betreffen sie doch im gleichen Maße Menschen – vor allem Kinder – die aufgrund von Krieg und Krise ihre Heimat verlassen müssen. Die Fluchtbewegungen des 2. Weltkriegs sind zu einem prägenden Bestandteil der Erinnerung an diesen Teil der Geschichte geworden. Diese Erinnerungskultur hat zum Teil großen Einfluss auf den Umgang mit Geflüchteten in der Gegenwart. Dabei zeichnen Erinnerung und Realität mitunter unterschiedliche Bilder, etwa wenn es um den Umgang der lokalen Bevölkerung mit Geflüchteten nach 1945 geht.

Am 22. März 2023 gab es dazu eine Eröffnungsveranstaltung. Uta Rüchel hat unter dem Titel: „Verschwiegene Erbschaften. Wie Erinnerungskulturen den Umgang mit Geflüchteten prägen“ aktuelle Bezüge zum historischen Schwerpunkt der Ausstellung hervorgehoben. Dabei geht es auch um den Umgang mit Geflüchteten heute. Ein Thema, das in der gesellschaftlichen Debatte immer wieder relevant ist und das durch die teilweise Unterwanderung von Rechtsextremisten zunehmend zur Bedrohung für die demokratische Kultur wird.